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Dienstag, 27. September 2016

Geschichte der ALTEN SCHULE BOKELOH

Schule hat in Meppen-Bokeloh eine lange Tradition.

Bereits seit der christlichen Missionierung des Emslandes hatten die Priester von Bokeloh den ausdrücklichen Auftrag, für die schulische Unterrichtung der Kinder Sorge zu tragen. Allerdings geschah dies zunächst im Pfarrhaus oder im  Haus des Küsters und war, mit Ausnahme der sogenannten "Sonntagsschule", auf die Wintermonate beschränkt, da die Kinder im Sommer in der Landwirtschaft gebraucht wurden.

Um das Jahr 1500 wurde dann der erste eigene Schulbau erwähnt. Der Unterricht umfasste Religion, Lesen und Schreiben. Dazu kam Singen und Rechnen.

1750 errichtete man am derzeitigen Standort, unmittelbar am Steilufer der Hase, das erste Schulgebäude als einfaches, strohgedecktes Fachwerkhaus und ersetzte es 1816 durch ein ähnliches Gebäude.

1863 entstand das heutige Gebäude aus Dörgener Ziegelsteinen. Dabei handelt es sich um einen einstöckigen klassizistischen Backsteinbau mit Satteldach und Rundbogenfenstern, erbaut in den Formen des hannoverschen Rundbogenstils. Zusammen mit der über tausendjährigen benachbarten kirche sowie der unterhalb verlaufenden Stützmauer steht die Schule heute unter Denkmalschutz.

1872 erweiterte man das bestehende Unterrichtsangebot um die Fächer Geschichte, Geographie und Naturkunde. Ab 1898 nahmen nachweislich Mädchen am Unterricht teil. Wie die Schulchronik zu berichten weiß, stiegen die Schülerzahlen von 39 zu Ostern 1897 auf 82 im Sommer 1908. Daher wurde mit Genehmigung der königlichen regierung die Halbtagsschule eingerichtet und der Unterricht auf zwei Klassen (vormittags und nachmittags) verteilt.

1945 wurde in den letzten Kriegsjahren die Bokeloher Hasebrücke gesprengt. Die oberhalb der Brücke gelegene Schule erfuhr so starke Schäden, dass nach Wiederbeginn des Unterrichts im  Herbst 1945 dieser bei gutem Wetter im freien stattfinden musste. In den Nachkriegsjahren stieg die Schülerzahl zeitweise bis auf 169 an. Ein Neubau wurde unabdingbar und - nach einer Übergangszeit in einer Baracke - 1955 neben dem alten Bahnhof bezogen. Das alte Gebäude diente zeitweilig als Bücherei, Jugendheim Lagerraum und vorübergehend auch als Ausweichklassenraum.

Im Jahr 2000 ergriff der Heimatverein Meppen die Initiative und erstellte in Zusammenarbeit mit dem Meppener Kunstkreis, dem Landkreis Emsland sowie einem eigens gegründeten Arbeitskreis mit interessierten Bokeloher Bürgerinnen und Bürgern ein neues Nutzungskonzept, dem im Jahr darauf die Restaurierung unter Federführung der Stadt Meppen folgte. In dem kleinen Klassenraum wird heute einmal an diese Schulgeschichte  erinnert: Fotos, Schulbücher, Schiefertafel, Schulbänke u.a. lassen diese Zeit lebendig werden.

Zum anderen werden in dem Raum die Jahre 1938 bis 1941 sichtbar gemacht, in denen sich der Maler und Bildhauer Otto Pankok (1893-1966) in Bokeloh vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zurückzog. In dieser Zeit war er überaus produktiv. Der Otto-Pankok-Malerweg zeigt in besonderer und einmaliger Weise eine kleinen Teil seines emsländischen Werkes.

Im April 2002 wurde die ALTE SCHULE BOKELOH - wie sie nunmehr heißt - der Öffentlichkeit vorgestellt.

Führungen: auf Anfrage bei Hans Schallenberg, Biermannstannen 16, 49716 Meppen-Bokeloh, Tel: 2645

Besichtigungen: jederzeit möglich, bitte im „Alten Gasthaus Giese“, Römertr.1, 49716 Meppen-Bokeloh, Tel: 6610, melden. Dort erhalten Sie einen Schlüssel!